Schreibblockaden sind Nervensägen. Und sie zu lösen, kann anstrengend sein.
Vor allem, wenn du als Selbstständige:r regelmäßig an deiner Sichtbarkeit und deinem Marketing arbeitest, gehört das Schreiben sehr wahrscheinlich zu deinem Alltag. Blogartikel, Social Media Posts, neue Webseiten-Texte, Newsletter, Skripte und Storyboards für Videos und Podcasts… Da kommen schnell einige Wörter zusammen, die erstmal getippt werden wollen!
Wenn du klug bist, blockst du dir deshalb wahrscheinlich feste Zeiten für deine Content-Produktion. Und genau dann ist es umso blöder, wenn dich in diesem Moment die Schreibblockade erwischt: Wenn du deinen Blogartikel für Freitag Vormittag eingeplant hast und zur Mittagszeit immer noch am ersten Absatz laborierst, weil die Worte einfach nicht fließen wollen, ist das einfach zum In-die-Tischkante-beißen – I know!
Schreibblockade überwinden – oder von vornherein verhindern?
Ich persönlich glaube, wir haben viel seltener eine echte Schreibblockade im klassischen Sinn, als wir denken. Dementsprechend können wir viel dafür tun, dass die fiesen Spaßbremsen gar nicht erst in unseren Schreibprozess Einzug halten.
Und selbst wenn sie dann einmal da sind, gibt es Wege, sie zu überwinden. Welcher davon zu dir passt, musst du natürlich selbst herausfinden – meine Aufgabe ist es heute, dir einige Möglichkeiten vorzustellen.
Aber zunächst einmal die Frage:
Was ist eine Schreibblockade?
Eine Schreibblockade beschreibt das Gefühl, wenn du mitten im Schreiben merkst, dass du in deinem Text fest steckst. Plötzlich geht nichts mehr vor und nichts zurück: Du weißt nicht, wie du weiterschreiben sollst, du weißt nicht, ob das, was du bisher geschrieben hast, so in Ordnung ist, du weißt: gar nichts mehr.
Du sitzt vor deinem halbfertigen Text (oder gleich vor dem komplett weißen Blatt) und dein Kopf fühlt sich leer an. Die richtigen Worte kommen jedenfalls nicht raus. Und das, obwohl du für heute eigentlich 3 Stunden Schreibzeit eingeplant hattest. Argh!
Um es kurz vorweg zu nehmen – das Schlechteste, was du in diesem Moment oft tun kannst, ist: Einfach sitzen bleiben und warten, dass die Schreibblockade von allein vorübergeht. Oder: Dich zwingen, weiter zu schreiben, auch wenn im Kopf alles blockiert.
Das führt in erster Linie zu Frust, einem hohen Stresspegel und letzten Endes wahrscheinlich zu einem schlechten Text.
Doch es gibt durchaus Techniken, um wieder ins Schreiben zu kommen. Dazu kommen wir gleich. Im nächsten Schritt geht darum, zu erkennen, ob wir eine “echte” Schreibblockade haben – oder uns eine der folgenden Ursachen um den Schreibspaß bringt, die sich (mehr oder weniger) leicht beseitigen lassen:
Was sind die Ursachen für deine Schreibblockade?
Ursache 1: Dir fehlen die Fakten
Frei drauflosschreiben mag in vielen Fällen eine gute Sache sein. Aber wenn du die Schreibblockade anklopfen hörst, ist das oft ein Zeichen dafür, dass du nochmal einen Schritt zurückgehen musst: Was genau wolltest du nochmal schreiben? Äh… keine Ahnung? Aha! Da haben wir’s.
Check deine Fakten und sammle deine Informationen, die du deinen Leser:innen vermitteln willst. Das ist die Basis deines Textes, deshalb sollte hier alles vollständig sein. Kein Wunder, dass dir andernfalls unterwegs die richtigen Worte ausgehen.
Ursache 2: Dir fehlt die Struktur
Ok, alle Inhalte sind beisammen, aber in welche Ordnung bringst du sie jetzt?
Wenn dir das nicht ganz klar ist, kann es sein, dass du an einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr weiterkommst. Wirf auch hier nochmal einen Blick auf dein textliches Grundgerüst: Macht dein Textaufbau so Sinn, wie du es dir überlegt hast? Falls nein: Geh nochmal zurück auf Los und gib deinem Text eine neue Struktur.
Bonus-Tipp: Wenn du selbst einfach kein vernünftiges Gerüst finden kannst oder zu ungeduldig für diesen Schritt bist, nutze KI als Sparringspartner und frage ChatGPT nach einer durchdachten Struktur für dein Thema. Hier findest du oft auch zusätzliche Punkte, die du evtl. noch nicht bedacht hast.
Ursache 3: Du kennst deine Zielgruppe nicht gut (genug)
Was genau will deine Zielgruppe eigentlich von dir wissen? Welche Informationen braucht sie, und auf welche Art solltest du sie aufbereiten, um sie von dir als Expert:in zu überzeugen und um Vertrauen aufzubauen?
All das sind Fragen, die du dir nicht nur stellen, sondern vor allem beantworten solltest, bevor du mit dem Schreiben beginnst.
Es ist außerdem wichtig, die Sprache deiner Zielgruppe so gut wie möglich zu kennen: Mit welcher Ansprache begegnest du deiner Zielgruppe idealerweise – willst du der 54-jährigen Brigitte einen Yoga-Kurs für ihren schmerzenden Rücken verkaufen oder dem 21-jährigen Kevin ein Fitness-Programm für exzessiven Muskelaufbau? Wenn du keine Klarheit über deine Zielgruppe hast, ist die Schreibblockade schon fast vorprogrammiert.
Ursache 4: Deine Botschaften sind nicht klar (genug)
Kennst du deine wichtigsten Botschaften? Was genau bietest du an, warum ist genau dein Angebot großartiger als das des Wettbewerbs, was macht dich als Person aus? Das sind einige Fragen, deren Antworten du immer im Hinterkopf haben solltest, um beim Schreiben nicht ins Straucheln zu kommen.
Natürlich sind diese Aspekte vor allem dann wichtig, wenn es darum geht, dein Angebot zu beschreiben, also z. B. beim Schreiben deiner Website-Texte. Aber es schadet nicht, sie dauerhaft im Blick zu behalten, auch beim Texten deiner Blogartikel oder Newsletter.
Ursache 5: Du hast noch keine klare Schreibstimme
Du verlierst dich beim Schreiben oft im Suchen und Finden passender Formulierungen? Oft weißt du nicht genau, wie du eine Sache schreiben “darfst” und findest keine Worte, die wirklich das ausdrücken, was du eigentlich sagen willst – und vor allem WIE du es sagen willst? All das bedeutet höchstwahrscheinlich, dass du deinen eigenen Schreibstil oder deine Schreibstimme noch nicht zu 100% gefunden hast.
Dann passiert es, dass du vor deinem halbfertigen Text sitzt, alles bisher Geschriebene sich steif und unnatürlich liest und du das Gefühl hast “Das bin ich einfach nicht”. Klar, dass du da keine Muße mehr hast, in diesem Stil weiter zu schreiben.
Tipp: Auch wenn es dir anfangs schwer fällt – versuche, genau aufzuschreiben, was du denkst. Stell dir vor, du würdest einer Freundin von deinem Thema erzählen. Welche Worte würdest du wählen? Schreib sie auf – denn das ist dein persönlicher Stil.
Ursache 6: Du hast zu oft geguckt, was andere schreiben
Ein Klassiker: Bevor du selbst mit deinem Text loslegst, willst du “nur mal kurz” gucken, was andere so zum Thema geschrieben haben. Und ob du es willst oder nicht: Die Texte der anderen beeinflussen dich - und zwar meistens nicht auf positive Art.
Sei ehrlich: Es ist nicht sooo unwahrscheinlich, dass du dir plötzlich denkst: “Die anderen können das sowieso viel besser schreiben als ich, warum sollte ich überhaupt anfangen” oder “Wenn Coaching-Claudia hier noch Aspekt X und Y mit angesprochen hat, MUSS ich das auch machen.”
Versteh mich nicht falsch: Es kann durchaus Sinn ergeben, sich Inspiration bei anderen zu holen. Alles darüber hinaus, und damit meine ich: sich von den Inhalten der anderen entmutigen zu lassen oder stumpf alle Informationen der anderen in den eigenen Text zu übernehmen (im schlimmsten Fall sogar abzuschreiben), wirkt sich allerdings eher negativ auf dich und deine Texte aus.
Daher hör an dieser Stelle auf meinen Rat und schau lieber einmal zu wenig als einmal zuviel darauf, was andere machen. Behalte immer im Hinterkopf, dass das, was du machst, sowieso einzigartig ist – es macht also gar keinen Sinn, bei anderen zu spicken!
Ursache 7: Du willst sofort alles perfekt machen
Dazu gleich zwei Dinge: 1. Perfektion ist langweilig und wird absolut überbewertet. 2. Niemand schreibt direkt im ersten Anlauf einen perfekten Text: Selbst erfahrene Texter:innen wie ich schreiben halbgare erste Entwürfe, die erst im zweiten (manchmal auch im dritten) Durchgang zu gelungenen Texten werden. Und das ist nicht nur ok, sondern vor allem eines: Der ganz normale Prozess der Textentwicklung.

Was macht die Schreibblockade mit uns?
Schreibblockaden sind auch deshalb so fies, weil sie uns im akuten Moment einreden, dass wir’s einfach nicht drauf haben.
Die Idee zu diesem Blogartikel kam mir an einem Vormittag im Café, in dem ich mich, gestärkt von einem großen Stück veganer Donauwelle, der Überarbeitung meiner Website-Texte widmen wollte. Ich öffnete das Dokument und… hatte einfach keine Eingebung, wie ich in die Überarbeitung starten sollte. Plötzlich kamen mir all die Ideen, die ich für meine neuen Texte hatte, dämlich vor. Ich saß vor dem blinkenden Cursor und grübelte… und fühlte die Blockade in meinem Kopf aufsteigen. Nichts ging mehr.
Was habe ich gemacht? Nach längerem Hadern mit mir selbst öffnete ich ein neues Dokument und fing an, diesen Blogartikel hier zu schreiben. Die Webseitentexte können auch ein bis zwei Tage warten.
Was wäre passiert, wenn ich mein eigenes Befinden ignoriert und mich zum Überarbeiten der Webseitentexte gezwungen hätte?
Der Schreibprozess hätte viel länger gedauert als nötig.
Das Schreiben hätte keinen Spaß gemacht.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ich am Ende nicht zufrieden gewesen wäre und drei Tage später alles nochmal umgeworfen hätte, ist hoch.
Muss das sein? Wie du siehst: Nein.
Denn wir müssen uns nicht immer quälen, sondern dürfen es uns auch leicht machen. Wir dürfen Spaß haben und Leichtigkeit zulassen. (Und nein, das macht uns nicht unprofessionell – im Gegenteil.)
Und diesem Gedanken folgt auch mein Spickzettel mit schnellen (oder auch nicht so schnellen) Möglichkeiten, um deine Schreibblockade zu lösen:
Schreibblockaden leichter überwinden: Mein Spickzettel für dich
Auch wenn alle oben genannten Ursachen ausgeschlossen werden können, kann es sein, dass mal der Wurm drin ist. Dann ist es gut, wenn du weißt, wie du dir aus dieser Misere heraushelfen kannst. Welche Möglichkeit am besten zu dir passt, musst du selbst herausfinden. Ich lade dich dazu ein, sie alle auszuprobieren und deinen Favoriten zu finden.
Den schlechtesten Text der Welt schreiben
Ok, eine kleine Challenge: Schreib den schlechtesten Text deines Lebens. Reihe Hauptsatz an Hauptsatz, nutze immer die gleichen simplen Worte, wähle immer den gleichen Satzanfang… es ist egal, Hauptsache, es ist so wenig lesenwert wie möglich.
Und dann, ein bis zwei Absätze später? Sind 2 Dinge passiert: 1. Du hast weitergeschrieben (und bist vielleicht längst wieder im Flow, um richtig weiterzumachen).
2. Du hast Text produziert, den du jetzt nach Strich und Faden überarbeiten kannst. Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dir das jetzt VIEL leichter fallen wird.
Freewriting
Meine Lieblingsübung: Leg deinen Text zur Seite und schnapp dir einen Stift und ein frisches Blatt Papier. Stell dir einen Wecker auf 10 Minuten - Achtung, fertig, los: Bis zum Weckerklingeln schreibst du jetzt alles auf, was dir durch den Kopf geht. Ja, alles.
Es ist egal, was am Ende auf dem Papier steht, du kannst dein Blatt am Ende der Übung direkt zerknüllen oder rituell verbrennen. Es geht darum, dass du deinen Kopf frei machst – und wieder ins Schreiben kommst. Klingeling, 10 Minuten sind um? Gut möglich, dass du direkt weitermachen und ohne Pause wieder in deinen eigentlichen Text einsteigen willst.
Perspektivwechsel
Manchmal sind wir so festgefahren in unserem Thema, dass wir gar nicht merken, wie sehr wir uns selbst blockieren. Da kann es eine gute Sache sein, eine ganz andere Perspektive einzunehmen.
Was würde Angela Merkel zu deinem Thema sagen? Oder deine zwölfjährige Cousine? Schreibe den Text aus ihrer Sicht weiter, nutze die Worte, die sie (mutmaßlich) verwenden würden – und schon wird dir wieder klar werden, was eigentlich deine eigenen Worte sein sollen.
Mindmapping
Deine Ideen zu visualisieren kann dir helfen, Ordnung in deine Gedanken zu bringen.
Nimm dir dafür ein Blatt Papier (am besten im Querformat) und schreib dein Hauptthema in die Mitte, z. B. “Vegetarische Ernährung für Zwergdackel", wenn du darüber einen Blogartikel schreibst.
Drumherum ordnest du die unmittelbaren Unterthemen deines Themas an, also “Gründe für vegetarische Ernährung”, “alternative Futtermöglichkeiten”, “Vorteile”, “Nachteile”, “Risiken” usw.
Zu jedem Unterthema schreibst du jetzt die Begriffe auf, die dir dazu einfallen, auch wenn sie dir im ersten Moment abwegig oder nicht so relevant erscheinen.
Keine Angst, du musst nicht jedes Wort, das auf deiner Mindmap landet, in deinem Text unterbringen (das solltest du auch gar nicht). Es geht darum, den Blick zu öffnen, was zu deinem Thema möglich ist, und auf neue Gedanken zu kommen, die dich über die Schreibblockade hüpfen lassen.
Ortswechsel
Sitzt du beim Schreiben an deinem Schreibtisch und schaust, während du auf eine Eingebung für deinen Text wartest, auf eine schmucklos-weiße Wand, die dir so viel Inspiration liefert wie die Bedienungsanleitung eines Staubsaugers?
Dann wird es Zeit, aufzustehen: Schuhe an und ab gehts eine Runde um den Block.
Warum? Weil uns beim Gehen oft die besten Ideen kommen – das ist sogar anhand einer Studie belegt (“Give your ideas some legs: The positive effect of walking on creative thinking”).
Eine weitere Variante für einen Ortswechsel: Verleg’ das Schreiben nach draußen, ins Café, an den Küchentisch… ein anderer Schreibort kann Wunder wirken und dich ganz leicht in einen neuen Schreibfluss bringen!
Den untenstehenden Spickzettel kannst du dir abspeichern, ausdrucken und über den Schreibtisch hängen.
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Schreibblockaden verhindern: mit einer festen Scheibroutine
Abschließend noch ein heißer Geheimtipp: Du kannst auch etwas dafür tun, dass Schreibblockaden erst gar nicht entstehen – vor allem mit einer festen Schreibroutine, die zu dir passt. Die besten Tipps dafür findest du in meinem Blogartikel “So entwickelst du deine Schreibroutine”.
Fazit
Ganz ehrlich: Es kann immer passieren, dass wir beim Schreiben stocken und uns im bisherigen Entwurf festgefahren fühlen. Wir sind Menschen, wir funktionieren nicht jeden Tag gleich.
Mal haben wir schlecht geschlafen, mal treiben uns ganz andere Gedanken von unserem Text weg und machen es uns unmöglich, uns auf unser Thema zu konzentrieren… Wir sollten nicht von uns erwarten, immer wie Roboter zu funktionieren.
Das Schlimmste, was wir bei Schreibblockaden tun können: Uns schuldig fühlen. Uns selbst vorwerfen, versagt zu haben. Und uns übermäßig darüber ärgern und uns den Tag dadurch vermiesen lassen.
Schreibblockaden passieren. Wir können sie überwinden, klar. Aber manchmal ist es die beste Lösung, einfach loszulassen, den Text zur Seite zu legen und ihn uns morgen nocheinmal vorzunehmen. Oder übermorgen.
Seien wir ehrlich: Ob du deinen Blogartikel heute oder nächste Woche veröffentlichst, davon hängt in den allermeisten Fällen kein Menschenleben ab. Aber ob du dir unnötig Druck machst und im schlimmsten Fall den Spaß am Schreiben verlierst – das ist die schlechtere Konsequenz der Schreibblockade.
Tu mir den Gefallen und behalte diesen Gedanken immer im Hinterkopf, wenn du dich daran machst, deine Schreibblockade zu überwinden. Deine mentale Gesundheit wird es dir danken.

Hi, ich bin Sarah, deine Texterin und Textcoach aus München: Wortverliebt, sprachbegeistert, schreibsüchtig – und das schon seit fast 15 Jahren. Ich liebe es, richtig kreative Texte für dich zu schreiben, die richtig nach dir klingen und bei Google gefunden werden.
Genauso sehr liebe ich es, dich beim Schreiben deiner Texte zu begleiten.
Wobei wünschst du dir Unterstützung? Lass es mich wissen und schreib mir – ich freu mich auf dich!
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